Wort zu Weihnachten von Pfarrerin Julia Illner

Krippe geschlossen
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„Coronabedingt bleibt die Krippe geschlossen“

Die Tür zur Krippe ist zu. Die geschnitzten Figuren sind hinter dem Glas nur zu erahnen. Maria und Josef bleiben in diesem Jahr mit den Hirten unter sich. Kein Weg führt zum Jesuskind auf seinem Strohbett. Anbetung hinter geschlossenen Türen.

Die Weihnachtsbotschaft hat es in diesem Jahr nicht leicht. Geschlossene Krippen, ausgefallene Weihnachtsmärkte, abgesagte Weihnachtskonzerte.

Nein, die Weihnachtsbotschaft hat es nicht leicht. Aber vielleicht hatte sie es nie leicht. Vielleicht schon damals nicht, als die minderjährige Mutter im ärmlichen Verschlag unterkommen musste, und die aus der Gesellschaft Ausgegrenzten gerufen wurden, zu ihr zu eilen.

Vielleicht war es seither nie wirklich leicht für die Weihnachtsbotschaft, in die Herzen der Menschen zu gelangen: zwischen Trubel und Bedrücktheit, zwischen Überfluss und Elend, zwischen lautstarker Fröhlichkeit und leiser Ängstlichkeit.

Und dennoch verstummt sie nicht, die Botschaft von Weihnachten. Sie ist da, zwischen all dem, was die Menschen mit sich herumtragen, auf dem Weg zur Krippe. Damals wie heute erschallt es: „Fürchtet euch nicht, ich verkündige euch große Freude, denn euch ist der Heiland geboren.“

So erklingt es unerschrocken. Damals wie heute. Durch geschlossene Türen, in verschlossene Häuser und Herzen hinein: Fürchtet euch nicht!